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Krisen / Konjunktur

"Die Weltmarktkrisen müssen als die reale Zusammenfassung und gewaltsame Ausgleichung aller Widersprüche der bürgerlichen Ökonomie gefaßt werden".
(Marx, Theorien über den Mehrwert, in: MEW 26.2., S. 510)

Die Krise ist kein von der Ökonomie abgetrenntes sondern ein darin fest verankertes Ereignis.

Marx unterscheidet Möglichkeit und Wirklichkeit der Krise. Sein Nachweis von der Möglichkeit der Krise (I. Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf, II. in der
Funktion des Geldes als Zahlungsmittel eingeschlossener Widerspruch von bloßem Rechengeld und wirklicher Zahlung) ist zugleich eine frühe Widerlegung des bis heute vom Neoliberalismus vertretenen Say'schen Theorems, wonach jedes Angebot seine Nachfrage schaffen soll.

Mehr dazu:          Marx, Theorien über den Mehrwert

Die Ursachen der Krise liegen in der realen Bewegung der
kapitalistischen Produktion, der Konkurrenz und in der Bewegung des Kredits.

Der Krise ist der wichtigste Teil eines Krisenzyklus, der aus mehreren Phasen besteht: Krise, Rückgang, Stagnation, Belebung, Prosperität, Überproduktion.

Der Krisenzyklus wird getragen von längeren Phasen beschleunigter und verlangsamter Akkumulation. Hier spielen die technologische Entwicklung und die daraus resultierenden Wirkungen auf die Profitrate die entscheidende Rolle. Solche großen Akkumulationsphasen scheinen ein zyklisches Element zu besitzen. In der Literatur werden sie häufig als
 
"Lange Wellen" oder als "Kondratieff-Zyklen" bezeichnet.

Die Bewegung der Profitrate, die sich nur auf der Grundlage einer Werttheorie formulieren lässt, besitzt drei Verlaufsformen: Die erste Verlaufsform bezieht sich auf die Epoche des Kapitalismus selbst und betrifft die Frage, ob die Profitrate eine fallende Tendenz besitzt. Die zweite Verlaufsform spiegelt den Krisenzyklus wider. Beide Verlaufsformen wurden von Marx analysiert. Es gibt noch eine dritte langwellige Verlaufsform, die in einem engen Zusammenhang steht mit grundlegenderen technologischen Veränderungen in der Wirtschaft.

Das Marxsche Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate gliedert sich in "Das Gesetz als solches" (MEW 25, 13.Kapitel) und in die "Entgegenwirkenden Ursachen" (MEW 25, 14. Kapitel). Bei der Darstellung der "Entfaltung der inneren Widersprüche des Gesetzes" hat Marx vor allem den Krisenzyklus vor Augen und nur am Rande (vor allem im 1. Band des Kapitals) fällt der Blick auf länger anhaltende "Drang- und Sturmperioden des Kapitals", die von Schüben in der Produktivkraftentwicklung getragen werden.

Ein diskontinuierlicher Verlauf in der Produktivkraftentwicklung des Kapitals führt notwendigerweise dazu, dass die "Entgegenwirkenden Ursachen" den Profitratenfall ("Das Gesetz als solches") nicht einfach hemmen, verlangsamen und teilweise paralysieren. Indem sie gehäuft auftreten, kommt es zu einem temporären Profitratenanstieg. Als Kombination entstehen langwellige Profitratenzyklus hervorbringen.

Mehr dazu:

Ausführliches zur großen Krise 2007 bis Frühjahr 2011 findet man in der Broschüre: